Schizophenie

Dr. Larissa Niemeyer
About the Author

Larissa Niemeyer is a medical doctor and PhD candidate in the Department of Child and Adolescent Psychiatry at the Central Institute of Mental Health in Mannheim, Germany and her doctoral thesis focuses on reasons for non-adherent behavior in adolescents with psychiatric disorders.


1) Definition

Schizophrenie ist eine schwerwiegende chronische psychische Erkrankung, die von Denk-, Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen geprägt ist. Die Symptome wirken sich negativ auf das Leben und die sozialen Interaktionen des Betroffenen aus. Schizophrenie impliziert allerdings keine „gespaltene Persönlichkeit“ oder dissoziative Identitätsstörung, wie in der Öffentlichkeit oft angenommen wird.

2) Beschreibung

Symptome der Schizophrenie

Menschen, die an Schizophrenie leiden, durchleben Phasen, in denen sie den Bezug zur Realität scheinbar verlieren. Außerdem nehmen sie die Welt anders wahr. Die Symptome der Schizophrenie werden in zwei Gruppen eingeteilt: positive und negative Symptome. Positive Symptome erscheinen für andere Menschen „seltsam“ oder „fremdartig“. Dazu gehören Paranoia und Wahnvorstellungen, sowie Halluzinationen unterschiedlichster Art (d.h. optisch, akustisch, sensorisch).  Möglicherweise sieht oder hört eine Person Dinge, die kein anderer wahrnimmt. Ebenso kann es sein, dass die Person felsenfest davon überzeugt ist, ein Superheld oder Jesus zu sein. Diese Gedanken und Wahrnehmungen erscheinen für Betroffene genauso real wie der Stuhl auf dem Sie in diesem Moment sitzen, um diesen Blog zu lesen.

Negative Symptome umfassen eingeschränkte soziale Interaktion, verminderte Gefühlsäußerung, geringe Gemütserregung und mangelnde Motivation. Oft gehen diese negativen Symptome den positiven voraus.

Anzeichen von Schizophrenie

Bei Heranwachsenden mit Schizophrenie berichten Eltern häufig über eine Verhaltensveränderung bei ihren Kindern. Möglicherweise verschlechtern sich ihre Schulnoten, sie werden plötzlich sehr unorganisiert oder verbringen ohne nachvollziehbaren Grund weniger Zeit mit ihren Freunden. Früh einsetzende Schizophrenie tritt typischerweise im Alter zwischen 13 und 18 Jahren auf.

Arten von Schizophrenie

Im Handbuch ‘Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition (DSM-5)’  wird aufgrund ihrer sich überschneidenden Merkmale und ähnlichen Behandlungen nicht mehr zwischen Subtypen der Schizophrenie unterschieden.

Medikamente für Schizophrenie

Die Erstbehandlung von Schizophrenie erfolgt mit Hilfe von Antipsychotika. Antipsychotika sind eine Klasse von Medikamenten, die die Symptome einer Psychose in der Regel nur kurzfristig lindern. Antipsychotika werden in Medikamente ersten und zweiten Generation eingeteilt (auch als typisch und atypisch bezeichnet). Beide blockieren die Rezeptoren bei der Dopaminaufnahme im n Gehirn. Atypische Antipsychotika wirken darüber hinaus auf die Serotoninrezeptoren und haben im Allgemeinen ein besseres Nebenwirkungsprofil.

Ursachen der Schizophrenie

Derzeit kennen Forscher die Ursachen für Schizophrenie noch nicht. Es wurden jedoch verschiedene Faktoren festgestellt, die eine Rolle bei der Entwicklung dieser Störung spielen. Einer der wichtigsten Risikofaktoren sind Gene. In Studien mit Zwillingen stellten die Forscher fest, dass ein Zwilling, dessen Geschwister an Schizophrenie leidet, mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% ebenfalls schizophren wird. Dies ist auch der Fall, wenn die Zwillinge voneinander getrennt aufgezogen werden. Im Vergleich dazu beträgt das Krankheitsrisiko in der Allgemeinbevölkerung 1 zu 100. Darüber hinaus wird angenommen, dass niedrige Spiegel oder ein Ungleichgewicht bestimmter Chemikalien im Gehirn, insbesondere Dopamin, eine Rolle bei der Entwicklung von Schizophrenie spielen. Darüber hinaus kann der Gebrauch von Freizeitdrogen (Cannabis, Kokain, LSD und Amphetamine, etc.) bei Menschen mit bereits erhöhtem Risiko Symptome einer Schizophrenie auslösen.

Wenn Sie glauben, dass Sie oder eine Ihnen bekannte Person Anzeichen von Schizophrenie zeigt, suchen Sie sich bitte Hilfe und begeben Sie sich in sofortige Behandlung. Je früher die Störung erkannt und behandelt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Symptome abnehmen und schließlich verschwinden.