ADHS

Prof. Liv Grimstvedt Kvalvik
About the Author

Dr. Liv G.Kvalvik is a medical doctor specialized in reproductive epidemiology and a postdoc at the University of Bergen (Norway) and works with registry data to study smoking habits among pregnant women.


1) Definition

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. ADHS wird als neurologische Entwicklungsstörung definiert, das bedeutet, dass sie mit einer gestörten Entwicklung bestimmter Gehirnfunktionen zusammenhängt. Typischerweise entwickelt sich diese Störung in der Kindheit, Erwachsene können jedoch ähnliche Symptome zeigen und ebenfalls mit ADHS diagnostiziert werden. Die charakteristischen Symptome von ADHS sind Hyperaktivität, Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit und Impulsivität. ADS ist die frühere Bezeichnung dieser Störung, heute wird sie durch ADHS ersetzt.

2) Beschreibung

ADHS wird anhand einer Reihe charakteristischer Symptome definiert. Diese umfassen Kernsymptome, die im Zusammenhang mit Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität stehen. Es handelt sich hierbei um dimensionale Merkmale, was bedeutet, dass sie bei allen Menschen auf verschiedenen Ebenen beobachtet werden können. Um einer ADHS-Diagnose zu entsprechen, müssen die Symptome oder Merkmale in solch extremem Ausmaß auftreten, dass sie das alltägliche Leben einer Person beeinträchtigen oder einschränken – zum Beispiel in der Schule, bei der Arbeit oder im Bereich des Soziallebens. Diagnosekriterien sind wichtige Instrumente, um zu klassifizieren, zu welcher Störung eine Person ähnliche Merkmale aufweist. Eine Diagnose erfasst jedoch nicht das vollständige Wesen einer Person [1].

Ein praktischer Aspekt diagnostischer Begriffe ist die Möglichkeit, eine bessere Kommunikation zwischen Klinikern und Forschern zu ermöglichen. In der internationalen Klassifikation von Krankheiten (International Classification of Diseases, ICD), festgelegt von der Weltgesundheitsorganisation, ist der diagnostische Klassifikationsstandard für alle klinischen und forschungsrelevanten Zwecke dargestellt, inklusive psychiatrischer Störungen.

In den USA und in vielen anderen Ländern wird jedoch stattdessen das Diagnose- und Statistikhandbuch (DSM-5) der American Psychiatric Association für klinische und Forschungszwecke genutzt.

Mehr Informationen zu diagnostischen Kriterien sind auf der Webseite des „Centers for Disease Control and Prevention“ zu finden: https://www.cdc.gov/ncbddd/adhd/diagnosis.html oder https://www.who.int/classifications/icd/en/

ADHS gibt es weltweit und betrifft ungefähr 5 % der Kinder und 2,5 % der Erwachsenen. Bei Kindern werden mehr Jungen mit ADHS diagnostiziert als Mädchen. Solch ein geschlechtsspezifischer Unterschied ist bei Erwachsenen nicht vorhanden. Warum dies der Fall ist, ist noch nicht vollständig bekannt. ADHS hat einen starken erblichen Aspekt, was bedeutet, dass ein Einfluss genetischer Fakten hinter der Störung steckt [2].

Die Ursachen für ADHS sind komplex und schwer fassbar. Im Rahmen des Eat2beNICE-Projekts (www.eat2benice.eu) besteht eine der Aufgaben unseres Forschungsteams darin, den Einfluss von Ernährung und Lebensstil auf ADHS über die gesamte Lebensdauer zu verstehen. Wir untersuchen, ob regelmäßige körperliche Betätigung oder bestimmte Ernährungsarten oder Nährstoffe zusätzlich zur regelmäßigen Behandlung ADHS-Symptome reduzieren können.

Die Ernährungsweisen, die wir hierbei untersuchen, sind:

  1. Die Mittelmeerdiät
  2. Eliminierungsdiät
  3. Probiotika
  4. Vitamin- und Mineralienzusätze

Mehr Informationen darüber wie Ernährung und Lebensstil ADHS beeinflussen können, sind in folgenden Blogs zu finden:

Bleiben Sie dran und verfolgen Sie das Projekt unter www.eat2benice.eu weiter!